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Die ganze Woche stellt die Frage: Sollen die Kreuze aus den Schulklassen? Niko Alm (Ja) und Josef Pühringer (Nein) haben dazu Antworten formuliert.
Text in Die ganze Woche 46/09:
Kreuze haben in öffentlichen Gebäuden (Kindergärten, Schulen, Gerichten und so weiter) nichts verloren. Speziell in Schulen ist das Anbringen eines Kruzifix‘ aus mehreren Gründen problematisch. Zwar ist es gesetzlich vorgeschrieben, bei einer Mehrheit an Christen ein Kreuz aufzuhängen, aber sind Kinder tatsächlich einer Religion zugehörig? Eltern legen das Religionsbekenntnis der Kinder fest. Erst mit 14 gelten Menschen in diesem Land als religionsmündig. Bis dahin werden sie in verschiedene Religionsunterrichte gesteckt und künstlich auseinanderdividiert. Die in der Regel christliche Mehrheit der Kinder wird privilegiert, weil sie den alleinigen Anspruch auf religiöse Symbole in Klassenzimmern hat und es wäre nur folgerichtig an dieser Stelle Staat und Religion sauber zu trennen und auf religiöse Symbolik in Schulen zu verzichten. Der zweite und wichtigere Punkt betrifft aber die Vereinbarkeit von Glauben und Wissensvermittlung. Bildung lebt von Skepsis und kritischer Neugier. Das Kreuz steht für unkritisches Glauben, für die Unterweisung in Ritualen und Mythen. Dafür darf die Schule keinen Platz bieten.
Ein Kommentar zum Kommentar auf alm.at
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ein kreuz in einer schulklasse ist eine festlegung von oben, die nicht haltbar ist. ebenso könnten eine oder zwei parteien ihr logo per „konkordat“ in jedes klassenzimmer bringen, schliesslich sind irgendwie auch parteien teil unserer kultur.
gefährlich wird die diskussion dann, wenn sich extreme gruppen, die alles andere als offen mit anderen religionen umgehen wollen, erfolgreich hinter dem argument einer eigenartigen „glaubensfreiheit“ verstecken können, die erst wieder nur für eine religion gelten soll.
wir leben in zeiten der zunehmend flachen kommunikationsstrukturen, der breiten vernetzung und der kommunikation in allen richtungen. die zeiten der machtvollen kommunikation von einem einzigen zentrum von oben nach unten, per verordnung oder konkordat, sind hoffentlich bald vorbei.
mehr in meinem blogeintrag vom 8.11.: