Meinung
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Comments on Meinung
92 Responses
Thomas
01/03/09
Herzlichen Glückwunsch zur Initiative! Schon seit längerem beobachte ich mit Sorge gewisse Änderungen in der katholischen Kirche. Die Glaubensgemeinschaft wird im Kern kleiner, dafür immer obskurer und radikaler. Selbst ein Kardinal Schönborn ist sich nicht zu schade, die Einführung von Kreationismus und “Intelligentem Design” in Österreich anzudenken. Das hätte sich der Klerus vor 15 Jahren nicht getraut. Daher finde ich es wichtig, die Freiheitsrechte der Menschen zu stärken, um sie vor religiös motivierten Übergriffen zu schützen. Das gilt insbesonders für unsere Jugend.
Zu meiner Zeit war der Religionsunterricht noch harmlos, doch was wird passieren, wenn die derzeit heranwachsenden katholische Hardcore-Kreationisten-Elite als Religionslehrer Einzug in die Klassenzimmer hält?
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, einem Lehrer ausgesetzt zu sein, der weltanschaulich radikale Positionen vertritt und Kraft seiner Autorität rücksichtslos durchsetzt.
Daher: Ein Staat, der die Meinungsfreiheit seiner Bürger garantiert, darf abstrusen Ideologien aller Art keine Sonderrechte gestatten!
Mario
02/03/09
Das Problem ist folgendes: Wird der Religionsunterricht in die Hinterzimmer verbannt, dann fällt die soziale Kontrolle komplett weg.
alm
02/03/09
Lieber Mario, wenn der Religionsunterricht tatsächlich soziale Kontrolle benötigte, dann wäre es höchst an der Zeit hier sehr genau hinzusehen, was passiert. Abgesehen davon findet auch derzeit Religionsunterricht in den “Hinterhöfen” statt, der sich jeder Kontrolle entzieht. Dieses Problem wird nicht dadurch gelöst, es in die Schulen hereinzuholen.
Mario
02/03/09
Ich kann nur meine Meinung dazu kurz darlegen:
1)Staatliche Aufsicht ist eine Vorsorgemaßnahme, die im Idealfall der Entwicklung fundamentalistischer Tendenzen entgegenwirkt.
Und im Problemfall einen Eingriff ermöglicht.
2)Der Religionsunterricht schafft innerhalb der Religionsgemeinschaften einen Raum, der interne Kritik und Demokratisierung begünstigt.
So wurde z.B. auch das Kirchenvolksbegehren von Religionslehrern getragen. Ein staatlich bezahlter Lehrer hat eben doch mehr Unabhängigkeit als ein Pfarrer.
3)Der Ansatz der Totalabschaffung macht nur unter der Annahme Sinn, dass die Religion ohnehin bald verschwunden sein wird. Diese Einschätzung halte ich für falsch.
4)Die Totalabschaffung ist kaum durchsetzbar. Die Lehrergewerkschaft wird das ebenfalls verhindern wollen. Hier wird also Energie in ein kaum realisierbares Ziel gesteckt, wobei auch die Auswirkungen im Erfolgsfall(Religion im Hinterzimmer) fraglich sind.
5)Religion wird weiterhin ein bestimmender Faktor in der Gesellschaft sein. Daher wäre es vernünftig die Liberalisierung und Demokratisierung religiöser Gemeinschaften aktiv staatlicherseits zu unterstützen.
So könnte z.B. die Anerkennung und interne Umsetzung der Menschenrechte Voraussetzung für die staatliche Anerkennung samt aller Privilegien werden. Das wäre ein Ansatz, der wirklich eine ernsthafte Diskussion nach sich ziehen würde und die Kirchen unter Druck setzen.
Waltraud Prothmann
02/03/09
Wichtig erschiene mir, aufzuzeigen, daß das seit 1933 bestehende (bis heute unangetastete!) Konkordat auf einer Abmachung zwischen dem Vatikan und dem totalitären Hitler-Regime beruht.
Schon das allein gibt der Forderung nach Laizität eine demokratische Legitimation.
Waltraud Prothmann
02/03/09
Laizistische Länder wie etwa Frankreich leben sehr gut mit der konsequenten Trennung von Kirche und Staat. Wieso also sollte eine solche Regelung in Österreich nicht durchsetzbar sein?-
Diese Idee finde ich aber auch gut: Bedingungen neu zu verhandeln. Religionsgemeinschaften müssten ihre autoritären, moralischen und frauenfeindlichen Positionen verlassen, um die weitere Bindung an eine demokratische, säkulare Gesellschaft und deren ethische Grundsätze rechtfertigen zu können.
alm
02/03/09
Mario
ad 1) Diese Argumentation ist ein Zirkelschluss. Schulen sind nicht dazu da fundamentalistische Strömungen unter staatliche Kontrolle zu bringen. Mit dem gleichen Argument könnten Wehrsportübungen in den Turnunterricht verfrachtet werden.
ad 2) Auch das legitimiert keinen Religionsunterricht. Außerdem unterrichten Pfarrer Religion.
ad 3) Ist logisch überhaupt nicht nachzuvollziehen.
ad 4) Das ist Meinung. Unsere ist eine andere.
ad 5) Das ist sicher ein diskussionswürdiger Punkt.
sh4dow
03/03/09
zu marios 5. punkt möchte ich anmerken:
ich fände es nicht positiv, religionsgemeinschaften dazu zu ermutigen, ihre grundsätze zu modernisieren. sie wandeln sich ohnehin ständig (ich frag mich, was mit leuten ist, die vor 1000 jahren noch andern regeln gefolgt sind – schmoren die alle in der hölle?), aber wenn sie ihren glauben auch noch an die menschenrechte anpassen würden, wäre das doch eine farce sondergleichen. entweder gott hat etwas gesagt oder er hat es nicht.
“3 Mose 20:13 – Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Greuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.”
“3 Mose 20:14 – Wenn jemand ein Weib nimmt und ihre Mutter dazu, der hat einen Frevel verwirkt; man soll ihn mit Feuer verbrennen und sie beide auch, daß kein Frevel sei unter euch.”
… ich denke die zwei zitate sind ausreichend, um meinen punkt zu illustrieren.
Mario
03/03/09
@Waltraud Prothmann
[......]
Eben nicht. Darum hat sogar Frankreich dazu gelernt und finanziert jetzt die Ausbildung von Imamen.
[......]
Das ist ein gefährliches Argument. Wenn Du das z.B. in einer Fernsehdiskussion sagst, dann ist die logische Antwort:
Dann müsste man aber auch die Pension der Arbeiter wieder abschaffen, denn die hat der Hitler in Ö eingeführt.
Außerdem war es zwischen Dollfuß und dem Vatikan.
http://www.uibk.ac.at/praktheol/teilkirchenrecht/innsbruck/konkordat.html
[......]
Genau darauf möchte ich hinaus. Und ich glaube, dass dies ein realistisches Ziel ist.
@alm
ad 1)
Das ist keine Frage der Moral oder der Hypothese, sondern der Realpolitik.
Wehrsportgruppen haben in Ö nicht die gesellschaftliche Bedeutung, die die Religionsgemeinschaften haben.
Außerdem Religion Fundamentalismus.
ad 2)
Was kann einen Religionsunterricht mehr rechtfertigen, als das damit der gesellschaftliche Fortschritt unterstützt wird?
Und Ö ist nun einmal ein katholisches (bzw. teilweise muslimisches) Land.
Das gefällt mir genauso wenig wie Dir. Aber es ist ein Fakt, um den man nicht herumkommt.
ad 3)
Wer gegen staatlichen Religionsunterricht ist, ist damit in Konsequenz entweder für Religionsunterricht im Hinterzimmer oder glaubt das Religionen bald der Vergangenheit angehören?
Zu welcher der beiden Gruppen gehörst Du?
ad 4)
Vergiss bitte nicht, dass jeder Schuß auch immer nach hinten losgehen kann und am Ende die Kirche sogar gestärkt aus der Auseinandersetzung hervorgehen kann.
Auf Machtkämpfe versteht sich die Kirche gut. (Boxe nicht mit einem Boxer und ringe nicht mit einem Ringer!)
Und Druck von außen führt immer zu einer Stärkung der Führung im Inneren. (So war der Krieg mit dem Irak eine Art Gottesgeschenk für Khomenei)
Ihr solltest jeden Schritt gut überlegen und keine Schnellschüsse machen.
Mario
03/03/09
@sh4dow
—aber wenn sie ihren glauben auch noch an die menschenrechte anpassen würden, wäre das doch eine farce sondergleichen. entweder gott hat etwas gesagt oder er hat es nicht.—
Das ist die Position der Fundamentalisten, die auf wortgetreue Auslegung beharren. Das ist aber nicht die Mehrheitsmeinung der Theologen. Die überwiegende Mehrheit ist der Meinung, dass die historischen Bedingungen in der Bewertung und Neubewertung für die heutige Zeit sehr wohl miteinbezogen werden müssen.
Oder wie man auch sagt: Es gibt Hauptaussagen und Nebenaussagen in der Bibel.
Und natürlich ändern sich die Religionen auch ständig, also warum nicht Entwicklungshilfe leisten und Beeinflussung in eine positive Richtung unterstützen?
The incredible Surely
08/03/09
Alles schön und gut, aber warum wählt sich eine Laizismus-Initiative den “Fisch” als Logo, wo der doch das Symbol der Urchristen war? Oder sollen die Füßchen unten dran darauf hinweisen, dass hier Evolution Richtung Landtiere im Gange ist, und möchtet ihr damit ein Statement gegen die Neo-Kreationisten setzen? Falls das die Idee dahinter ist: Liab..!
alm
08/03/09
Es handelt sich natürlich um den Darwin-Fisch, den die Evolution mit Füßen ausgestattet hat:
Amatus
09/03/09
Super Initiative ! endlich !
Vielleicht bekommt man ja sogar sowas hin:
http://www.atheistbus.org.uk
Spendenkonto einrichten!
Schon den Evolutionstag statt Christi Himmelfahrt der Giordano Bruno Stiftung unterstützt ?
http://www.darwin-jahr.de/e-day
Video dazu ![]()
http://www.youtube.com/watch?v=wbIa9fZuTFA
Hier sollte ein Forum eingerichtet werden, nicht jede/r will seine Persönlichkeitsrechte auf Facebook oder Twitter verschleudern.
Danke für die Aktion! Ich unterstütze euch gerne!
lg,
Amatus
Boris
09/03/09
Spannend zu lesen. Bin geneigt diese Unternehmung zu unterstützen, allerdings sehe ich einen wichtigen Punkt, gerade was die Schulen angeht. Trennung von Staat und Religion halte ich für richtig, solange der Staat – als dessen Teil ich mich ebenfalls sehe – die Grundwerte unabhängig von der Regierungsform (z.B. Menschenrechte) im Schulunterricht vermittelt. In Deutschland gibt es z.B. den Ethik-Unterricht. Den Religionsunterricht ersatzlos zu streichen halte ich für schlecht. Die Frage wie der Erhalt einer Kultur (z.B. der eigenen) betrieben werden soll und kann spielt hier – gerade in Österreich wo viele Traditionen mit dem katholischen Glauben verbunden sind – eine starke Rolle.
Ist Religion etwas rein privates oder wie sehr “darf” es die Gesellschaft über die privaten 4 Wände beeinflussen (Stichwort: Karrikaturen im Islam)? Kann der Unterricht des Staates soweit Einfluss nehmen, dass er sagt, es ist schlecht, jemanden zu töten, weil er sich kritisch zu einer geäußert hat. Wie geht man mit “Ehrenmorden” um. Dürfen Kasten in Österreich gelebt werden, wo die Glieder einer Kaste quasi von Vogelfreien gleichkommen und auch von höheren Kastenmitgliedern wie Sklaven behandelt werden dürfen? (Hinduismus)
Wenn sich alle Religionen in bestimmten Bereichen allgemeinen Grundrechten unterordneten, hielte ich die Trennung von Staat und Religion für sinnvoll.
codename V
09/03/09
@amatus: ich glaube:-), der atheismus soll auf laizismus.at hier nicht das zentrale anliegen sein (auch wenn ich natürlich auch der meinung bin, dass der glaube an eine(n) personifizierte(n) über-mutter/vater etwas zutiefst infantiles ist und “glauben” eben “nicht wissen” bedeutet)… es geht ja nicht darum, andere darin zu bevormunden, ob und/oder was sie glauben oder nicht glauben sollen… es geht darum, dass ein demokratischer staat tunlichst darauf achten sollte, sich nicht zugunsten einer einzigen religion oder religions-auslegung(!) vom säkularen abzuwenden.
Andylee
09/03/09
Hallo!
Ich möchte einen Änderungsvorschlag machen:
Anstatt den Religionsunterricht abzuschaffen, sollte er als Wahlfach angeboten werden dürfen.
Das heißt: Opt-In statt Opt-Out! Ich muss mich dann bewusst und freiwillig für den Religionsunterricht eintragen!. Das heißt auch, dass ich eine Stunde mehr Unterricht habe als jene Schüler ohne Religionsunterricht und nicht notwendigerweise nur Schüler einer Altersgruppe zusammen unterrichtet werden, wenn nicht genügend Eintragungen zusammenkommen.
So würde eine moderate Positon geschaffen, mit der wirklich NUR die WIRKLICH Gläubigen (meiner Erfahrung nach wären das etwa die Hälfte jener, die momentan den Religionsunterricht besuchen) einen Religionsunterricht aufgebürdet bekommen. Die Religionsnote wäre dann auch untern bei den Wahlfächern zu suchen (also irgendwo zwischen Freiwillige Fremdsprache Kaukasisch und Schülerchor)
Die Initiative habe ich natürlich unterstützt, auch in der jetzigen Fassung.
Christian
09/03/09
Religion gehört aus den Schulen verbannt zusammen mit allen angeblich gottgewollten Einschränkungen wie Kopftuch, Kreuz und Speisegeoten. Wenn es eine private Marxistenschule/Kapitalistenschule würden dann die Medien auch stolz zum Beispiel von selbstbewussten kleinen MarxistenInnen reden, die als neunjährige schon aus dem Kapital frei rezitieren können? Was soll denn bitte an kleinen eifrige KatholikenInnen besser sein? Warum gilt die selbstverständliche Indoktrination von Minderjährigen als “Traditionsvermittlung” und nicht als Missbrauch?
Netter Aufkleber: http://www.flashjunior.ch/img/html6/religionsfreie_zone.gif
god himself
09/03/09
warum eigentlich keine laizistInnen-partei..?
LPÖ… gibt’s eh noch nicht. und nachdem es schon eine christlichsoziale partei gibt, wäre eine laizistInnenpartei ja eine wohltat.
god himself
09/03/09
@mario weiter oben:
“Religion wird weiterhin ein bestimmender Faktor in der Gesellschaft sein”.
sagst DU. und genau DAS ist ja das problem… dass man sich nicht endlich damit abfindet, dass religion (zumindest, wenn sie institutionalisiert und priesterlich “vermittelt” auftritt, nichts als ein autoritätsssystem zur unterdrückung der freiheit darstellt. so etwas gehört nicht akzeptiert, sondern zumindest aus allen staatlichen institutionen entfernt.
god himself
09/03/09
@ mario (2):
“Was kann einen Religionsunterricht mehr rechtfertigen, als das damit der gesellschaftliche Fortschritt unterstützt wird?”
was für ein unsinn. wo, bitteschön, hat denn jemals religionsunterricht (welcher auch immer!) den gesellschaftlichen fortschritt gefördert???? frauenrechte, sexuelle befreiung, demokratisierung, gewerkschaften… etc. das waren keine katholischen oder evangelikalen entwicklungen… das waren sozialistische bzw, freimaurerische initiativen…. bis hin zum vereinten europa, dem die katholische kirche nur die verblödete “paneuropa-bewegung” im bund mit dem alten feudalsystem entgegenzusetzen haben…
Jan
09/03/09
@god himself
“wäre eine laizistInnenpartei ja eine wohltat.”
Ich glaub das ist aber noch viel zuwenig programm für eine neue partei:)
@alm
Ein richtiges forum wär super, oder die möglichkeit auf meinungen zu antworten.
günter
09/03/09
Ausgezeichnete und längst überfällige Initiative! Die Herabwürdigung religiöser Gefühle steht unter Strafandrohung. Wer schützt eigentlich meine atheistischen Gefühle? Literaturtipp: Oolon Coluphids drei philsosophische Bombenerfolge “Wo Gott sich irrte”, “Noch ein paar von Gottes größten Fehlern” und “Wer ist denn dieser Gott überhaupt?”.
measure
10/03/09
Zunächst einmal ein großes Lob für den Mut und den Tatendrang die Trennung von Staat und Kirche vehement voranzutreiben! Soviel ich mich errinnern kann, hatte in Österreich bis dato lediglich eine Partei diese Trennung ernsthaft in Erwägung gezogen, und zwar das Liberale Forum, das mittlerweile so gut wie von der Bildfläche verschwunden ist.
Weiß nicht, ob das hier schon irgendwo gepostet wurde – ein Link zu FOREF, dem unabhängigen Forum für Religionsfreiheit in Europa; da gibt es einiges an Hintergrundinformationen, Aufklärung, sachliche Beratung: http://www.religionsfreiheit.at
Das Ungeheuerliche ist ja schon alleine, dass die Sektenstellen in Österreich von den christlichen Institutionen alleine betrieben werden, von einer demokratischen Grundhaltung kann also keineswegs die Rede sein.
LG
Mario
10/03/09
@god himself
— sagst DU. —
Ja, das ist meine Einschätzung. Bitte verwechsle nicht das was ist, mit dem, was man gerne hätte.
— nichts als ein autoritätsssystem zur unterdrückung der freiheit darstellt —
Das ist sehr verkürzt und kann im Grunde über jede gesellschaftliche Institution(Partei, Gewerkschaft, Verband, Verein) gesagt werden.
— zumindest aus allen staatlichen institutionen entfernt —
Und damit der staatlichen Kontrolle entzogen.
— was für ein unsinn. wo, bitteschön, hat denn jemals religionsunterricht (welcher auch immer!) den gesellschaftlichen fortschritt gefördert???? —
In Ö ist nicht zuletzt durch die Religionslehrer einiges in Bewegung gekommen. z.B. Kirchenvolksbegehren. Ein linkskatholisches Mileau ist entstanden.
Und auch die islamische Glaubensgemeinschaft muss sich jetzt mit Fragen des Fortschritts befassen. Was nicht so wäre, wenn der Religionsunterricht nicht staatlich wäre.
@günter
— Die Herabwürdigung religiöser Gefühle steht unter Strafandrohung. —
Ja, hier muss sich wirklich etwas ändern.
Das sind wirkliche sinnvolle Anliegen.
Denn Religionsunterricht in das Hinterzimmer zu verlagern hingegen ist erstens kaum durchsetzbar und zweitens nicht wirklich sinnvoll.
Mathias
14/03/09
Eine kleine Idee: Wie wär’s mit der Produktion von Stickern, die sich dann in der Öffentlichkeit verbreiten lassen? Ich bin mir nämlich sicher, dass noch weit mehr als 1000 ÖsterreicherInnen von der Idee überzeugt sind, lediglich noch nichts von der Initiative wissen. Sticker könnte jeder, der sich dazu berufen fühlt, öffentlichkeitswirksam anbringen und so ein größeres Publikum erreichen – oder gibt’s dann Probleme mit dem Ordnungsamt?
comrade genaro
18/03/09
finde eure initiative super. sind alles ausgewogene, argumentierbare forderungen. persönlich würd ich mir ja wünschen, noch 1 schritt weiter zu gehen & die diversen kirchlichen eigentümer vergesellschaften & dann den vereinen (gern auch zu extrafreundlichen konditionen) zurückzuvermieten – ich meine jetzt weniger die pfarrhäusln im land, als vielmehr die jagden & klosteranlagen usw in kirchenbesitz.
zur “herabwürdigung religiöser gefühle”: einerseits: ist dieser paragraph tatsächlich humbug. andererseits: gibt es, wie mich ein antifaschistisch tätiger freund überzeugt hat, ein sozusagen taktisches problem, wenn man den zum “primärziel” der debatte macht: die rechte bagage verwendet, um gegen “einwanderer”, “türken”, “asylanten” zu wettern, religion als identitätsstiftendes merkmal (zu unrecht zwar, aber das änderts nicht). will man etwa einer susanne winter oder ihren konsorten das maul verbieten, ist dieser paragraf momentan der brauchbarste – da bräuchte man erst ein genaueres, härteres gesetz gegen verhetzung, ehe man die “herabwürdigung” ganz abschafft. das gleiche gilt für zb das vorgehen der völkischen antisemiten, die “religiösen” antisemitismus vorschieben…
schließlich: als rechtliches kontrukt: ob es nicht am einfachsten wäre, zu fordern, dass sekten aller drei kategorien (anerkannte, eingetragene und vereine) den status von vereinen kriegen? dann wäre auch das problem “staatlicher kontrolle” gelöst: muss doch um “nichtuntersagung der vereinsgründung” angesucht werden; und kann doch die stapo jederzeit vereine überwachen, soviel sie lustig ist…
Christian
18/03/09
http://joemygod.blogspot.com/2009/03/debaptize-me.html
Wenn schon, denn schon: Wenn es ein Konkordat gibt, dann muss auch ein Weg geschaffen werden wie man “enttauft” und “entfirmt” werden kann.
Nicht dass man daran glaubt, aber für die Kirche wäre es wichtig. Nämlich einzusehen, dass man nicht ungefragt lebenslang über Mitmenschen verfügen kann …
Gregor
21/03/09
Endlich spricht mal jemand offen aus, was ich mir schon lange denke! Viel Erfolg mit der Initiative (ich habe den Link gleich mal an ein paar Freunde und Bekannte weitergeschickt) und noch viele, viele Unterstützungen!
Vielleicht schafft man es ja, sowas die englische “Atheist Bus Campaign” auch hierzulande auf die Beine zu stellen. Aber wie ich unser Land einschätze, werden wohl auch bei uns die meisten Verkehrsbetriebe kneifen
alm
22/03/09
Die Atheist Bus Campaign ist in Österreich schon in Form von Inseraten gelaufen. An einer weiteren Umsetzung arbeitet http://www.ag-athe.at
Andi
23/03/09
Hallo liebe Freigeister und Kritiker,
ich kann eure Initiative nur mit vollster Begeisterung unterstützen und mache auch fleißig Werbung dafür. Ich hoffe doch sehr, dass noch eine 5-stellige Anzahl an Unterstützer(innen) zusammenkommt.
Was mich besonders entsetzt ist dieser Blasphemiker-Paragraph. Ich wusste ja gar nicht, dass es so etwas wirklich gibt! Nun meine Frage an euch hier: Kennt jemand irgendeinen Fall, nachdem jemand aufgrund dieses Paragraphen verurteilt wurde? Das würde mich echt sehr interessieren. Ich mache nämlich selber einen kleinen Blog auf Youtube, der sich mit Atheismus und Religionskritik beschäftigt und ich bin jetzt echt ein bisschen verunsichert. Kann ich wirklich verklagt werden, wenn ich mich z.B. über die jungfräuliche Geburt Jesus Christus lustig mache?
Wäre nett, wenn mir da jemand eine Rückmeldung geben könnte.
In reason we trust.
Andi
http://www.youtube.com/user/DieBlasphemiker
Alfred Zellinger
25/03/09
Gratuliere zur Initiative;
wie ihr empfinde ich es als unakzeptabel,dass unser Staat Propaganda für einen Religionsverein mit Steuergeldern unterstützt, dessen Propagandisten bezahlt, dessen Logos in öffentlichen Gebäuden, von Kindergärten über Schulen bis zu Gerichten ausstellt.
Zeit, das famose Konkordat aus der Nazizeit in Frage zu stellen.
Schlage vor, den Kontakt mit vergleichbaren internationalen Vereinen aufzunehmen, z.B.
the-brights.net
www-ibka.org
http://www.freidenker.de
http://www.bfg-bayern.de
info@achgut.de
mediacontakt@richarddawkins.net
info@humanism.org.uk
Dominik Czerwinski
30/03/09
Ein kleiner Vorlschlag.
Erweiters die Eingabemaske
um die Möglichkeit (optional) den Nachnamen
in der Liste der Unterstützer auszublenden.
Bzw. zeigts nur den ersten Buchstaben des Nachnamen an.
In meinen Bekanntenkreis kenne ich jemanden der die Initiative zwar begrüst, jedoch nicht dem Mut hat sich hier einzutragen.
Es ist zwar traurig aber ich denke er ist nicht der Einzige dem es so geht.
alm
30/03/09
Sorry, Dominik, aber das werden wir wohl nicht machen. Es bedarf keiner großen Portion Mutes sich hier zu verewigen. Und wenn sich niemand outet, dann werden wir auch nicht weiterkommen, wenngleich wir natürlich ein gewisses Verständnis für das Anliegen haben.
Dominik Czerwinski
30/03/09
Mir ist schon klar dass diese Initiative aus idealistischen Gründen heraus betrieben wird. So wird nicht erwähnt dass viele dieser Privilegien Steuergeld (damit meine ich nicht die Kirchensteuer) kosten. Ein Argument welches gerade jetzt in der Wirtschaftskrise viele Leute zum Nachdenken bringen würde.
Ich halte die Sache für sehr wichtig und hoffe wirklich dass sich genug Menschen hier eintragen, damit einer Partei den Mut findet bzw. das Kalkül (breite Zustimmung -> Wählerstimmen) wagt sich für das Thema öffentlich einzusetzen.
Dabei macht es aus meiner Sicht keinen Unterschied ob die Menschen dies aus idealistischen Beweggründen herausmachen oder aus finanziellen bzw. wie mutig Sie tatsächlich sind,
es macht die Sache nicht weniger wichtig bzw. irgendwie schlecht.
Samer
06/04/09
Prinzipiell unterstütze ich die Initiative, wobei ich diese (noch) nicht unterschrieben habe, weil einfach nicht klar deklariert. V.a. die Stelle “Die Beseitigung bestehender Privilegien schließt aber auch mit ein, dass staatliche/öffentliche Einrichtungen frei von religiösen Symbolen sind.”
Wird unter Laizismus bzw Laizität zb verstanden, dass in öffentlichen bzw staatlichen Institutionen auch die Bürger keine religiösen Symbole (Kreuz, Kippa, Kopftuch) tragen dürfen, oder gilt das nur für die Repräsentaten (Lehrer, Richter…).
alm
06/04/09
@Samer
Prinzipiell bezieht sich das einmal auf die Gebäude und Räumlichkeiten bzw. symbolhafte Handlungen, wie z. B. Vereidigung mit Kreuz und 2 Kerzen…
Bei den RepräsentantInnen herrscht Diskussionsbedarf, wo hier die Grenze zu ziehen ist. Bei den BürgerInnen dto. wobei diese Grenzen hier sicher sehr viel weiter auszulegen sind.
Josef Spangler
11/04/09
Führt die Schwächung der katholischen und evangelischen Kirche nicht letztlich zur Stärkung anderer Religionsgemeinschaften ? Ich meine, die sind doch immer noch das geringere Übel als Scientologie und Co., welche dann gleichgestellt sind.
Außerdem ist es sowieso ein leichtes Auszutreten, damit den Kirchen Geld zu entziehen und so den in meinen Augen unnützen Einfluß des möglichen aber unwahrscheinlichen Diesseitigen vom hier und jetzt zu schwächen.
Andreas
16/04/09
Endlich bewegt sich etwas.
Als in den 70er in Wien aufgewachsener Nichtgetaufter ist mir von jeher diese systemimmante Ungerechtigkeit aufgestoßen, Religion als etwas “Unberührbares” anzusehen.
Ich wünsche Euch allen Erfolg und werde natürlich in meinem Einflussbereich weiterkämpfen, wie ich es schon immer getan habe.
lg
Andreas
Bernhard
16/04/09
Hallo Herr Alm
Sie als Werbemensch haben sicher guten Kontakt zu diversen Druckereien ich könnte mir vorstellen Flyer in Linz zu verteilen und mich auch an den Kosten zu beteiligen schreiben sie mir doch ne kurze Mail falls es da eine Möglichkeit gibt!
Guter Anfang
mfg Bernhard
alm
16/04/09
Wie es der Teufel will befinden sich schon eine Handvoll Flyer in Zirkulation. Das Druckfile steht gleich unter Aktiv-Werden zur Verfügung.
Karin
16/04/09
Ich bin ohne Bekenntnis aufgewachsen und sehe darin eine besonders wertvolle Freiheit, nämlich die, einen eigenen “Glauben” suchen zu können.
Abgesehen davon, sollte sich endlich das “liebe deinen Nächsten” in eine “Verantwortung für die Mitmenschen” umwandeln. Sozialarbeit und soziale Einrichtungen sollten nicht, wie so oft, der Kirche überlassen werden.
Jeden Schritt in diese Richtung finde ich unterstützenswert. Hab schon unterschrieben.
Chromograph
17/04/09
Für Religions – FREI – heit !
Viel Erfolg !
alex
17/04/09
Super Initiative!
Hätte mir dies schon in meiner Kindheit gewünscht als ich den Religionsuntericht besuchen haben müssen.
Ich unterstütze euch gerne!
Reinhard
17/04/09
Schauen wir uns das an, unterschrieben habe ich auch. Allerdings will ich sehen, dass sich die Aktivitäten nicht nur auf die katholische Kirche beschränken. Wenn nur die eine von einer anderen, unduldsameren abgelöst wird, dann ist nicht geholfen.
christof
18/04/09
wozu? wer an nichts glauben will, soll an nichts glauben. wer an was glaubt, soll an was glauben. jeder / jede kann sich vom religionsunterricht abmelden, seinen (nicht)glauben leben. jedem steht ea auch frei eine laizismus, agnostiker, diabetiker, oder bauspar – initiative zu starten. das ist schön, das ist gut. mögen sie mit den ihnen überlassenen unterschriften sorgfältig umgehen, meine bekommen sie nicht. die argumentation und das ziel sind mir zu flach, sorry, eigentlich wischiwaschi.
Erwin
19/04/09
Vorerst besten Dank für ihre Initative, der ich grossen Erfolg wünsche.
Manche Menschen sehen sie als “Angriff” gegen den Katholzismus, obwohl
“Trennung von Staat und RELIGION” null und nichts damit zu tun hat.
In der Schweiz – wo diese Trennung seit jeher weitaus stärker vertreten war
als bei uns – gibt es Volksabstimmungen (die täten dem Demokraturstaat
Österreich mehr als gut) – der Volkswille hat dann innert 6 Monaten Gesetz
zu sein.
Trotz mehrerer Abstimmungen haben die Schweizer noch immer keine
Pflichtkrankenkasse (Gott sei Dank!)
, noch immer ein Militär (man stelle
sich vor: auf Volkswunsch verschwindet das Militär innert 6 Monaten) –
und trotz Volksabstimmung noch immer keine vollständige Trennung
Staat-Religion
—> Am 2. März 1980 stimmte die Schweizer Bevölkerung über eine Initiative
„betreffend der vollständigen Trennung von Staat und Kirche“ durch Änderung
des Art. 51 der Bundesverfassung ab. Der Empfehlung des Parlaments, die
Initiative abzulehnen, folgte eine klare Mehrheit von 78,9 Prozent der
gültigen Stimmen.
Im Gegensatz zu Österreich werden in der Schweiz bei genügend Anmeldungen
Religionslehrer für Unterricht angestellt, kein Schüler muss sich also
“abmelden”, sondern bei Wunsch “anmelden”.
Während in Österreich die Bezirkshauptmannschaft für einen Kirchenaustritt
zuständig ist, reicht in der Schweiz ein Brief an das Pfarramt.
—> Wenn Sie aus einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgemeinschaft
austreten wollen, müssen Sie eine Erklärung persönlich bei der für Ihren Wohnsitz
zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde (Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat)
ausfüllen bzw. abgeben. Austritts-Erklärung (das Formular ist direkt im Amt auszufüllen.
Da wir demokratiemässig 100 Jahre hinter der Schweiz mit ihrer direkten
Demokratie zurückliegen, sehe ich wenig Hoffnung – doch man sollte diese nie
aufgeben. Wir haben auch Zwentendorf geschafft
)))
robert
20/04/09
ein weiteres privileg für religionsgemeinschaften ist die bezahlung der lehrer in konfessionellen privatschulen durch den staat, während nicht konfessionelle privatschulen ihren finanzbedarf durch die eltern decken müssen (die über ihre steuerleistung dann noch ein zweites mal in bildung investieren dürfen).
Reinhard
20/04/09
Was der Erwin da sagen will versteh ich nicht. Es ist doch wurscht, ob ich den Brief ans Pfarramt oder an die BH schicke, ich selbst habe das längst getan.
Lukas
20/04/09
Gratuliere zum 2000er – weiter so! Der Bitte um ein Forum hier schliess ich mich an – wäre fein!
Erwin
21/04/09
@Reinhard
das ist nicht wurscht, denn es ist Überwachung und Bevormundung – was geht das den Staat an – und warum übernimmt er diese Arbeit (auf Steuerzahlerskosten). Für eine Bestätigung casht er € 13 ab – ich habe NIX bezahlt, auf Wunsch hat mir das (Schweizer) Pfarramt die gewünschte Bestätigung (kostenfrei) gesandt. Es genügte zudem ein Brief und nicht eine “Zwangsmassnahme” wie persönliches Erscheinen und persönliches Ausfüllen eines Wischiwaschiwisches.
Das “persönlich” bezieht sich auf das Bundesland Salzburg – ebendort nachzulesen.
Reinhard
21/04/09
Nun Erwin, ich musste (vor langer Zeit) lediglich ein formloses Schreiben ans Standesamt schicken, fertig.
Regeln müsste man das ganz anders, nämlich so, dass eine Willenserklärung zum Beitritt notwendig ist, das Alter könnte mit dem Wahlalter korrespondieren. Gelten müsste das für alle Religionen, nicht nur für Katholiken.
Alexander Ulram
22/04/09
Bin nicht für eine Abschaffung des Reli-Unterrichts/Abschaffung staatlicher Förderung sondern für a) demokratische & menschrechtl Kontrolle durch den Staat,b)Ethikunterricht als evtl Ersatz bei Abmeldung,c)sehr wohl Abschaffung des Blasphemieparagrafen.Schreibe das als ex-Katholik und nunnmehr “freier Christmensch”.
Erwin
23/04/09
@Reinhard
Gut, manche Ämter sind da toleränterer, andere gehen vor nach “Vurschrift is Vurschrift!” Aber selbst irgendein Religionsbeitritt geht die Ämter – bei Trennung Staat-Religion – GAR NIX an. Sollte für jeden Privatsache sein wie Mickymausclub oder Kleingärtnerverein.
@ Alexander U.
Trennung heisst auch Abschaffung von Religiosunterricht – in anderen Ländern findet der sonntags im Kirchbereich statt – wo er hingehört. Ersatz durch Ethikunterricht – wie kommen die anderen dazu? Entweder Ethik für alle oder für keinen. Nicht als Strafe und Lückenbüsser.
Religion ist Privatsache, gehört in kein öffentliches Formular, bei der letzten Volkszählung war das Bekenntnis anzugeben – habe bei meiner Familie bei jedem etwa anderes hingeschrieben … “Falschangaben werden mit Strafen bis zu 30.000 S …” hahaha, wie denn, ist ja VOLL ANONYM
))) Hätt mir nur eine Religionsgemeinschaft daraufhin geschrieben, wär ich am nächsten Tag in der Datenschutzabteilung des Bundeskanzleramtes gewesen.
Mein Sohn (nicht getauft) musste in der Volksschule die Religionsstunde (2x wöchentlich) in der BESENKAMMER eingeschlossen zwischen Kübel, Besen, Putzlappen, chemischen Reinigungsmitteln verbringen – “Er könne nicht beaufsichtigt werden – kein Personal frei” – Schulvorschrift! Man stelle sich einen 7-jährigen in einer kleinen Besenkammer vor! Als ich davon erfuhr, war eine (zeitaufwendige) Lösung rasch gefunden. Meine Frau holte ihn jeweils ab und verbrachte die Religionsstunde mit ihm in der nahegelegenen Konditorei.
Später, an der technischen Mittelschule: an den Stundenplanersteller ging (natürlich nicht publik) die Weisung, Religionsstunden dürfen nicht in der 1. und letzten Unterrichtsstunde stattfinden, sonst würden sich zu viele Schüler abmelden, um morgens den späteren Zug nehmen zu können bzw. früher nach Hause zu kommen.
So nebenbei: wer sich abmeldete, dessen Eltern wurden vom Religionslehrer verständigt – man kann sich denken, dass sich Bauernkinder NICHT abmelden getrauten. Besuch des Bischofs … Religionslehrer (mit stolzgeschellter Brust): “Herr Bischof, auch in dieser Klasse ist kein einziger Schüler vom Religionsunterricht abgemeldet …”
(((
So nebenbei: auf Wunsch der Religionslehrer fand der überwiegende Teil der Religionsstunden am Vormittag statt, dafür durften die Schüler am (späten) Nachmittag Physik, Mathematik, Englisch … in Kauf nehmen. Von 15-17 Uhr – keine Einzelfälle.
So erzieht man “religionsmündige” Menschen
… es klafft zwischen Theorie und Praxis … fällt alles weg bei Erfolg dieser Initiative!
Erwin
26/04/09
zu Ethik
Heute, 26.4. wurde in Berlin die Initiative “Pro Reli” nicht angenommen. Bisher wurde Ethik (eingeführt 2006 nach einem Ehrenmord an einer jungen Türkin) verpflichtend für *alle* Schüler unterrichtet, Religion auf FREIWILLIGER Basis.
Die Initianten wollten nun *nur* für Nicht-Religion-Schüler den Ethikunterricht verpflichtend wissen, was jedoch von der Mehrheit ABGELEHNT wurde.
Wenn auch bloss eine kleine Facette Trennung-Staat-Religion … die Berliner sind/waren schon weiter als wir.
Reinhard
27/04/09
Erwin, was heisst: die Berliner sind weiter? Die haben abgestimmt. Was etwa in der Schweiz ganz normal ist, das Abstimmen, gibts sonst ja fast nirgends. Abstimmungen sind bei den obrigkeitsliebenden Deutschen auch eher selten.
Letztlich sind wir selber schuld, wenn wir zu wenig auf Mitbestimmen bestehen.
Erwin
27/04/09
Hast recht, Reinhard, WIR gehören offenbar zu denen, die dankend auf die Knie fallen, wenn man ihnen auf den Kopf sch…aut. Hut ab vor den Schweizern, die haben ihre politische Reife mit der Verjagung der letzten Habsburger vor 800 Jahren erreicht. So als “Souverän” alle 6 Wochen auf drei Ebenen (Gemeinde, Kanton, eidgenössisch) abzustimmen will “gelernt” sein.
Ich erinnere mich an einen Herrn Mock, der mal sinngemäss lautstark im TV sagte, der Österreicher will keine direkte Demokratie … dazu wählt er ja alle 4 Jahre Politiker
Aber selbst die Schweizer haben 100%ige Trennung (noch) nicht hinbekommen – das ist eben Demokratie
Reinhard
27/04/09
Natürlich sind die Schweizer weiter, nach denen kamen die Engländer, die ihren König dem Parlament unterstellten, dann die Franzosen. Wir Österreicher wurden die entbehrlichen Habsburger erst kürzlich los. Mit der direkten Demokratie sind sie allen anderen weit voraus. dass die Trennung dort auch nicht vollzogen ist liegt halt daran, dass es dem Volk offenbar nicht so wichtig ist. Die eu haben sie sich jedenfalls erspart.
Wir müssen das anders sehen. Diejenigen, die keine Bevormundung durch Religion wollen, müssen endlich anfangen, nach vorne und nicht nach hinten sehen.
Im übrigen meine ich alle Religionen. Die blosse Existenz eines Blasphemieparagrafen ist für mich eine Beleidigung des freien Geistes.
keltisch
12/05/09
Kann man die FPÖ nicht verklagen, wegen “Abendland in Christenhand” … als atheist bzw OB fühle ich mich bedroht!!!
Andreas
14/05/09
Ich habe Einwände bzgl der Wortwahl: ich schlage vor, “Religion” (=Wertvorstellung, Glaubenslehre, Verhaltensnorm etc.) durch “Kirche(n)” (=Organisationsform) ersetzen.
Religionen sind keine Institutionen, sondern Glaubensinhalte. Und diese will ich den Staatsfunktionären nicht untersagen. Ein Parlamentarier darf religiös sein und ein Religiöser darf Abgeordneter werden. Das würde das laizistische Prinzip nicht verletzen. Im Gegenteil, es würde die operative Trennung immens erschweren und eher in Richtung Spitzelwesen lenken, da man für eine faktische Trennung ja die Nicht-Religiösität von Einzelpersonen nachweisen müsste. Aber das kann niemand ernsthaft wollen. Es soll stattdessen ein kirchlicher Amtsträger keine staatliche Funktionen ausüben oder umgekehrt. ME kann es nur darum gehen, kirchliche und staatliche Institutionen voneinander zu trennen. Daher würde ich nur von Kirchen (vulgo Glaubensgemeinschaften oder Kultusgemeinden), statt von Religionen sprechen.
Niko Laudanum
08/06/09
Super-Fi sind mit dem Wahlkampf gegen Gott ähnlich gescheitert wie mit dem für die Grünen.
Sieger sehen anders aus!
Raimund Steiner
10/06/09
Weiß man eigenlich wie hoch die jährlichen Zahlungen aus Steuergeldern für die gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften ist? Das würde mich sehr interessieren!
simon delacher
18/06/09
habe im falter erfahren, dass es die initiative gibt und kann sie nur unterstützen.
ich halte es für sehr wichtig der rationalität und argumentierbarkeit von weltanschauung und dem daraus folgenden handeln den boden zu bereiten.
zu fragen ob nicht etwa kinder religion brauchen um sich an werten orientieren zu können( ein thema das mich privat beschäftigt) oder ob nich religionsuntericht in der schule für die orientierung der jugendlichen nötig sei, möchte ich folgendes zu bedenken geben.
verantwortliches handeln kann durch die vorschreibung von normen und werten in vielen lebenslagen erreicht werden, doch wird es nicht dazu führen ,dass jemand selber in die position kommt freie entscheidungen zu treffen. erst die kritische auseinandersetzung die sich den zwängen der argumentation und der rationalität unterwirft führt zu einem offenen diskurs in dem es möglich wird eigene wahrheiten zu finden.
allerdings ist es nicht leicht das nichtwissen und die unsicherheit – die in unserer existenz inherent sind – auszuhalten.
weiter viel erfolg!
viktoria roth
18/06/09
wunderbar! Es ist höchst an der Zeit für solche eine Initiative, die klar erkannt hat, dass Religionen Politik machen – aktiv betreiben: nun auch von den hohen Klerikern weltweit unterstützt als “Neu-Evangelisation” oder “Mission”.
Hier arbeiten katholische Fundifanatiker auch gerne engstens zusammen mit Evangelikalen. Allen gemeinsam in diesem sektiererischen Spektrum mit jeder Menge Geld dahinter sind gewalttätige, autoritäre Methoden, die immer salonfähiger werden. Vernetzungen von Bischöfen und Kardinälen zu diesen Hardlinern sind evident. Hier wird nach dem Motto getrennt marschieren, vereint zuschlagen gearbeitet.
Gerade die tagtägliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen vor Abtreibungskliniken/Arztpraxen/Ambulatorien zeigt, wie sich der Männerbund “Kirche” die Welt vorstellen kann. Verschanzt hinter den Werten “Demonstrations- und Religionsfreiheit”.
Stalking, Observieren, Vernadern, Verklagen bei jeder sich bietenden Gelegenheit, Interventionen sonder Zahl, Verleumdungen, Hetze, Diskriminierung, Verachtung…. all dies sind die Instrumentarien dieser von der offiziellen Kirchenvertretung geduldeten Sekten, einer “Basis”, die anonym auch vor Morddrohungen und massiven Einschüchterungen nicht zurückschreckt.
Solche Leute sollen weder vor Abtreibungskliniken agieren dürfen, noch, wie im Falle von Human Life International – HLI – in Schulen durch Aktivitäten von Institutionen mit andrem Namen aber gleichem Sinn auf Jugendliche losgelassen werden.
Abschliessend noch: “Religions”unterricht als Zurichtung auf “Kirchen” gehört einfach sofort verboten!
Viel Erfolg und Durchhaltevermögen für DIESE Initiative
Walter
05/08/09
Danke!
Das war schon lange fällig!
Claudessa
05/08/09
Ich Unterstütze diese Initiative voll und ganz. Religion ist eine Privatsache und hat in Schulen als Unterrichtsgegenstand – vor allem mit Notengebung – nichts verloren.
Erstes negatives Erlebnis betreffend Religionsstunde:
Mein damaliges Alter: 7 Jahre
Meine Frage an den Religionslehrer: “Ich glaube nicht an den lieben Gott – weil auch die zehn Gebote von Gott nicht eingehalten werden. (Altes Testament: Moses geht in ein anderes Land und bringt wegen Land Menschen um. Hier hält sich der liebe Gott nicht an: “Du sollst nicht töten…”)
Die Folge meiner Aufmüpfigkeit:
Winkerl stehen
Elternvorladung (mein Vater mußte zum Direktor)
Ich mußte fünzig Mal “Die zehn Gebote” schreiben…
Worauf ich in der kommenden Religionsunterrichtsstunde vor allen die 10 Gebote aufsagen mußte…
Darauf ich zu meinem Vater: “Warum wurde ich nochmals bestraft?”
Worauf mein Vater wieder in die Schule ging und sich darüber beschwerte, daß dies keine Art sei, einem zweifelten Kind an Religion keine Antwort zu geben, sondern dafür wieder eine Strafe erhält…
Außerdem in den folgenden Schuljahren die Note zwischen 3 und 5 in Religion. Je nach Jahres- und Halbjahreszeugnis.
Zweites negatives Erlebnis:
Ich gehöre dem Jahrgang an in welchem man mit 19 Jahren volljährig wurde. Bevor ich noch neunzehn war erhielt ich bereits ein Mahnschreiben vom Kirchenstaat und einen eingestuften Vorauszahlungsplan für den kommenden Kirchensteuerbeitrag(?!?).
Daraufhin schrieb ich dem Kirchenstaat, daß ich mich nicht erinnern kann jemals meine Unterschrift zur Mitgliedschaft dem Kirchenstaat gegeben zu haben und bitte daher um meine Mitgliedsnummer.
Ich erhielt eine Vorladung der Erzdiözese Wien um den Sachverhalt zu klären. Diese teilte mir mit, daß ich ab Taufe automatisch ein Mitglied bin. Ich: “Daran kann ich mich nicht erinnern, denn da war ich erst ein halbes Jahr und konnte somit keinen Einspruch erheben.”
Ich ließ mir das Austrittsformular vorlegen und die Kirche erhielt erstmals eine Unterschrfit von MIR!
Somit: Wer an dies oder das Glauben will, soll dies tun – es darf jedoch kein Zwang sein, hat schon gar nichts in der Politik verloren (etliche Kriege wurden geführt mit dem Vorwand der Religion und dem “lieben” Gott. Strafen wurden verhängt mit der Ausrede “lieber” Gott.)
Der Mensch soll sich darüber Gedanken machen wie er mit dem Nachbarn in Harmonie und Eintracht lebt und das GLOBAL gesehen.
Mensch ist und bleibt HOMOSAPIENS – egal ob schwarz, weiß, braun, gelb, grün…
Politik ist Politik
Religion ist Religion
Nur ein Anliegen hab´ ich noch.
Versuchen wir in unserem kurzen Leben zu leben und wegen gar nichts Kriege zu führen, zwecks Macht, Reichtum und Gier.
Sowohl in der Politik als auch im jeweiligen Glauben.
James
08/08/09
Der Staat soll sich ja nicht voll aus der Religion raushalten. Laizismus ist kontraproduktiv. Die Religionen sollen sich unter einer gewissen staatlichen Kontrolle positiv in die Gesellschaft einbringen und dort mitarbeiten. Wenn es keinen islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen geben würde, hätte man auf die Relgiösität der islamischen Jugendlichen viel weniger Einfluss und man würde sie damit in die Koranschulen treiben. Ich finde das aktuelle Religionsgesetz am gescheitesten. Wer nichts mit den Religionsgemeinschaften zu tun haben will, kann ja austreten. Man kann sich auch vom Religionsunterricht abmelden.
Wer aber religiös ist und dies praktizieren will, soll das tun können, aber in konstruktiver und gemäßigter Weise.
alm
08/08/09
@James
Um Religionen kontrollieren zu können, dass sie nichts Böses anstellen, brauchen sie keine rechltiche Besserstellung.
Um sich positiv einzubringen, brauchen sie keine rechtliche Besserstellung oder Sonderbehandlung.
Koranschulen sind völlig unabhängig vom Religionsunterricht in der Schule, der diskriminierend ist, weil er nicht für alle Kinder gleich ist.
Sorry, aber das sind keine Argumente.
chris
10/08/09
Erstmal möchte ich feststellen, das ich hier nicht erkennen kann was genau unter Laizismus verstanden wird, auch was momentan falsch läuft wird nicht wirklich erläutert.
Laizismus ist offen für Definitionen, genauso wie “Rechts” und “Links” in der Politik, hier wird nichts definiert – ich habe hier irgendwie das Gefühl das hier absichtlich schwammig formuliert wird damit viele Leute die Unterstützungserklärung unterzeichnen in der Hoffnung ihre Position würde vertreten werden – sollte das nicht der Fall sein entschuldige ich mich, aber es ist halt mein Gefühl
Ich finde den Schutz religiöser Gefühle als Grundvoraussetzung für einen pluralistischen Staat , den wenn ein religiöser Mensch gezwungen würde etwas zu tun, das seiner Religion widerspricht, muss er gegen das Gesetz verstoßen, wenn er wirklich gläubig ist – er wird also indirekt für seinen Glauben bestraft – unser Grundgesetz gewährt aber Glaubens- und Meinungsfreiheit
Weiters sollten religiöse Gefühle nicht Ziel irgendwelcher Hetzkampagnen sein dürfen (müssen also geschützt sein), sowas ist genauso verwerflich wie rassistische Kampagnen
Und den Unterschied zwischen anerkannten und nicht anerkannten Religionen finde ich auch sinnvoll, so kann sich der Staat vor Scientologen und ähnlichen Verrückten schützen
Ach ja, ich bin kein fundamentalistischer Gläubiger (mein Kirchenaustritt ist beschlossene Sache), ich denke nur das man Religionen as einen Teil der persönlichen Weltanschauung eines Mensch schützen sollte
Thomas_2
13/08/09
Ich kann Mario nur zustimmen: eine ersatzlose Streichung des Religionsunterrichts halte ich fuer völlig falsch. Gutes Beispiel sind die USA: Religionsunterricht ist hier an öffentlichen Schulen verboten. Nun lassen sich viele Menschen ihr Bedürfnis nach Spiritualität von Sektenfuehrern und selbsternannten Sprachrohren von wem auch immer befriedigen und werden eben von diesen zum „wahren“ Glauben erzogen – im Kindes- oder Erwachsenenalter.
Dieser Prozess hat eine so starke Eigendynamik, dass z.T. fundamentalistisches Gedankengut übers Hintertürchen Einzug in die Politik nimmt, wodurch die verfassungsmäßige Trennung von Religion und Staat ad absurdum geführt wird.
Hier mein Vorschlag: ich würde Religionsunterricht sogar ausbauen – verpflichtend, konfessionsgebunden fuer alle Schulstufen, ergänzt durch einheitlichen, ebenfalls verpflichtenden Ethikunterricht.
Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen, LG
alm
14/08/09
Lieber Thomas_2,
die Argumente drehen sich im Kreis. Die Entschärfung des Fundamentalismus ist kein Argument für konfessionellen Religionsunterricht. Es werden ja auch keine Wehrsportübungen im Turnunterricht abgehalten.
Es ist nicht einzusehen, warum Kindern ja nach Religion der Eltern in den einen oder anderen konfessionellen Unterricht gesteckt werden. Die Vermittlung von Weltanschauungen könnte auch ein übergreifender Religionen- und Ethikunterricht sein. Das ist aber kein Ersatz für konfessionellen RU, sondern ein neues Angebot.
Thomas_2
14/08/09
Danke für deine Antwort!
Konfessionsgebundener Religions- und Ethikunterricht ergänzen einander auf wunderbare Weise, eben weil sie z. T. Gegensätze offenbaren und so die Jugendlichen zu kritischem Denken animieren, und auf diese Weise die eingeschränkte Weltsicht klassischer Religion entlarven.
Meine Eltern kommen aus Osteuropa, wo Religion unterm Kommunismus generell verpönt war; mit der neuen Freiheit ist auch eine Welle neuer Religiosität über diese Länder (mit unterschiedlicher Intensität) hereingebrochen, und viele meiner Bekannten dort stehen diesem Phänomen ratlos gegenüber, eben weil sie nichts darüber erfahren haben, manchen wurde regelrecht eine Gehirnwäsche verpasst.
Ich hatte an der AHS acht Jahre lang Religionsunterricht was mir ermöglichte das System Kirche zu durchschauen. Mir kann heute niemand irgendwas aufschwatzen, ich weiß was in der Bibel steht und dass es nichts weiter als Folklore ist.
jesus
17/08/09
schwochsinn, kaum eine webseite gefunden die so sinnlos ist
Peter Paul
20/08/09
>>> jesus – schwochsinn, kaum eine webseite gefunden die so sinnlos ist
jesssasmariaundjosef – der liebe gott höxtpersönlich! ist leicht dei himmifahrt schief gangen ? ? ? ogstürzt ?
Wer
21/08/09
Eine Trennung ist nicht genug. Verbote gehören her! Eines würde eigentlich reichen.
Wenn du zu Gott sprichst, ist es Religion. Wenn Gott zu dir spricht, ist es eine Psychose.
Wer
21/08/09
Glauben ist einfacher als denken.
Wer
21/08/09
Kirchenlärm, Kirchenlärm geht durch Magen und Gedärm!
Florian
05/09/09
Ich finde es des Weiteren nicht vertretbar, dass Menschen schon kurz nach der Geburt “offiziell” einer Religionsgemeinschaft angehören.
Deshalb bin ich dafür, dass man sich erst ab 16 zu einer Religion bekennen sollte.
Ein 1 jähriges Kind ist weder bei der SPÖ, ÖVP etc… noch bei der katholischen Kirche!
juno
10/09/09
meiner erfahrung nach ist es unrichtig, dass agnostikerInnen und atheistInnen vom religionsunterricht ausgeschlossen sind. als solche bin ich nämlich 17jährig aus der katholischen kirche ausgetreten, habe aber weiterhin den religionsunterricht besucht, für den ich mich allerdings gesondert anmelden musste (wie ich mich auch vorher davon abmelden hätte können).
man verstehe mich richtig – prinzipiell kann ich diese initiative vollinhaltlich unterstützen, aber ich lege eben wert auf faktisch korrekte kritik. polemisieren mag zwar rhethorisch reizvoll sein, bietet kritikerInnen aber auch immer eine angriffsfläche…
alm
10/09/09
Juno, der Einwand ist berechtigt. Die entsprechende Passage korrigiert. Es handelt sich um einen de facto Ausschluss, nicht um einen de iure Ausschluss.
Alexandra
19/09/09
Liebe Initiatorinnen und Initiatoren,
erstmal Glückwunsch zu diesem Mut und Realisierung dieses Projekts. Ich bin mitte 30 und hatte viele Jahre Zeit die Wandlung unserer Gesellschaft zu beobachten. In den letzten Jahren konnte ich aber auch die negativen Auswüchse der Kirche erkennen und auch die Schande darüber. Die Kirche distanziert sich noch immer von ihrer Rolle im 3. Reich (Persilscheine) und auch die Massaker während der Kreuzzüge, Hexenverbrennung und Ablasshandel werden noch immer als Bagatelle dargestellt. Wie viele Menschen im Namen des Glaubens getötet wurden, mag ich mir nicht vorstellen. Auch die kulturelle und gesellschaftliche Veränderung ist nicht mehr wegzureden. Radikalere Gruppen bedrohen jene, die nicht deren Glauben angehören und der Staat sieht zu. Es zählt nicht der Mensch, sondern sein kultureller und religiöser Hintergrund. Das führt zu Unverständnis und Diskriminierung. Und die schlimmsten Auswüchse an radikaler Gruppen sind Terroranschläge.
Ich hoffe, dass Ihre Aktion Früchte trägt und möchte diese mit meinem Namen unterstützen.
thomas
23/09/09
liebe leute, eine frage:
meine tochter begann soeben mit der schule – sie besucht die 1. klasse einer “ganz normalen” öffentlichen volksschule.
ihre lehrerin bekreuzigt sich zu unterrichtsbeginn. ich weiß noch nicht, ob sie es den kindern freistellt, dies auch zu tun – jedenfalls bekreuzigen sich die meisten kinder dann ebenfalls.
ist dies eigentlich rechtlich ok? ist dies nicht amtsmissbrauch oä?
ich bin irgendwie konsterniert, schockiert – ich wurde in der volksschule durch solche suggestionen nicht genötigt. das war vor fast 40 jahren!
müßig zu beweisen, dass der verein katholiken längst verschwunden wäre, würden die kinder mit dessen regelwerk nicht eingelullt/programmiert.
E.
26/09/09
Gratulation zu dieser mutigen Seite! Ich würde die Petition auch gerne unterzeichnen, kann es mir als angehende Lehrerin aber nicht “leisten”. Da sieht man, wie weit es mit der Religionsfreiheit gekommen ist!
E.
26/09/09
Verzeihung: ich wollte “Meinungsfreiheit” schreiben!
Andy
27/09/09
die idee ist gut ich unterstütze das auch gerne, aber warum muss das desing der seite in magenta gehalten werden dass einem die augen schmerzen?
Dr. Florian Teufel
08/10/09
Endlich gibts auch in Ö. ein Angostisches / Atheistisches Forum.
Wegen der Wirksamkeit und der öff. Wahrnehmung: Warum haut ihr Euch nicht mit der IBKA (s. http://www.ibka.org) auf ein Packel? die sind gut organisiert,haben Statuten und eine Struktur, die man auf alle Fälle unterstützen sollte.
Und für die angehende Frau Lehrerin: beim IBKA kann man außerdordentliches Mitglied werden als Zwangskonfessionalisierte(r), das sind Leute wie Sie. Nur Mut! Wo kommen wir hin, wenn man schon als Junglehrer seine Überzeugung verleugnen muss? Irgendwann fällt einem das auf den Kopf – die Kompromisse werden immer mehr und mehr …
Außerdem darf eine religiöse (Nicht-)Zugehörigkeit kein Hinderungsgrund sein, sagt der Gleichheitsgrundsatz, die Religionsfreiheit (= es steht mir FREI, religiös zu sein = ich bin NICHT gezwungen dazu usw.).
Danke, dass es Euch gibt!
Bernhard Reiter
03/11/09
FYI: CRUCIFIX IN CLASSROOMS:
CONTRARY TO PARENTS’ RIGHT TO EDUCATE THEIR CHILDREN IN LINE WITH THEIR CONVICTIONS AND TO CHILDREN’S RIGHT TO FREEDOM OF RELIGION
Quelle: European Court of Human Rights:
German Brandstötter
04/11/09
‘freedom of religion’ heißt:
1. frei, zu glauben
2. frei, nicht zu glauben
3. frei von religion
‘in line with their convictions’ heißt auch:
“in line with their children’s convictions” (, die da wären ???)
dank dem europäischen gerichtshof für die längst fällige priorisierung
martina
13/11/09
http://derstandard.at/fs/1256743931857/Homo-Ehe-Homo-Partnerschaft-fuer-Bischof-Kueng-ein-Fehler
Wenn man solche Artikel liest wird wieder mal deutlich wie wichtig diese Initiative ist!
Petra
22/01/10
Vielen Dank für diese längst überfällige Initiative!
Meine Beweggründe diese zu unterstützen:
Die Grundlagen jeglicher religiöser Inhalte beruhen darauf, dass die Menschen seit Urzeiten versuchen, Antworten auf die Fragen nach unserer Existenz zu finden. Soweit, alles bestens.
Das eigentlich haarsträubende daran ist, dass diese überlieferten Erkenntnisse selbst in unserer “aufgeklärten Zeit” als etwas hingenommen werden, für das es nicht den geringsten Beweis der Richtigkeit gibt (Gott hat das gesagt – aha). Es werden also Dinge als wahr angenommen, die irgendwer irgendwann einmal behauptet hat. Oder: jemand behauptet, dass irgendwer wen gehört hat, der das so oder so ähnlich gesagt hat.
Entspricht es dem Wesen eines mündigen Menschen, sein Weltbild auf Tatsachen aufzubauen, die von Menschen kreiert wurden, die einem völlig unbekannt sind, beziehungsweise – dank aktiv betriebender Legendenbildung – vielleicht gar nie existiert haben? Das muss man wohl eher verneinen.
Warum das dennoch funktioniert? Weil diese Inhalte, verkauft als allgemein gültiges Wertesystem schon den allerkleinsten eingeimpft werden. Weil es bei denen am besten funktioniert. Weil die sich nicht schützen können, weil sie alles für bare Münze nehmen. Weil für sie Fegefeuer und Hölle, so abstrakt sie einem Erwachsenen erscheinen mögen, Realität sind, wenn sie ihnen in leuchtenden Farben ausgemalt werden.
Ich möchte nicht, dass sich mein Kind so wie ich über Jahre hinweg einfach nur schuldig fühlt. Dass es jeden Abend vor dem Einschlafen in neurotischer Weise um Verzeihung bittet, ohne genau zu wissen wofür. Dass es fürchtet, nach diesem Leben von seinen Eltern getrennt zu sein, da diese nicht zur Kirche gehen (und ihnen deshalb der Himmel verwehrt bleibt). Ich musste selbstverständlich zur Kirche. Und ich musste auch beichten, auch wenn ich dabei lügen musste, weil ich ohnehin zu viel Angst davor hatte, Sünden zu begehen.
Bis ins Erwachsenenalter werden wir diese Ängste nicht los. Und wenn es dann um die eigenen Kinder geht, dann lassen wir sie halt lieber taufen. Als Schutzimpfung sozusagen. Dann kann nichts passieren.
Ein großer Schritt in Richtung echter Aufklärung und dahin, Kindern zu helfen mündige, kritische und ehrliche Erwachsene zu werden, kann für mich nur darin bestehen, sie endlich vor diesen Gehirnwäschen zu beschützen. Jedem Menschen sollte die Freiheit gelassen werden, seine Wahrheit zu finden. Wann hören wir endlich auf in Schubladen zu denken? Die Idee der christlichen Nächstenliebe ist wunderbar – und genauso beruhen alle anderen Glaubensrichtungen auf wahren, schönen Ideen. Es ist nicht schlecht, an etwas zu glauben. Schlecht wird wird mir dann, wenn ich nicht hinterfragen darf. Und wenn jemand seine (wirklich reale?) Autorität dazu benützt, andere zu beeinflussen.
Ich kann den hehren Absichten einer Institution keinen Glauben schenken, die sich selbst permanent ad absurdum führt. Dazu gehört wie schon angesprochen, das absolut fehlende Schuldbewusstsein für vergangene Fehlleistungen (die Verbrechen diktatorischer Regimes in nichts nachstehen!). Dazu gehört ebenso der nach wie vor gelebte absolut totalitäre Anspruch darauf, über Gut und Böse zu entscheiden. Und diesen mit allen Mitteln zu verteidigen. Jemand der Toleranz predigt, und dabei aggressiv missioniert, ist als Moralinstanz nicht zu akzeptieren, ganz nüchtern betrachtet.
Explizit an die Katholische Kirche: ich verwehre mich im Namen aller Nicht- und Andersgläubigen gegen die öffentliche Darstellung, keine moralisch-ethische Kompetenz zu haben. Bei der leisesten Kritik auf die eigenen reliösen Gefühle zu pochen und dabei selbst unfair sein, das ist ganz weit weg von sachlicher Diskussion.
Und auch an alle anderen: ich bin eine Frau – solange ihr die Gleichwertigkeit der Geschlechter nicht begreifen wollt – bitte in ein ruhiges Eck’- zum kontemplativen Nachdenken.
Ja – und dann gäbe es noch die lächerliche Kleinigkeit, die Verflechtungen von Kirche und Wählerstimmen zu lösen.
Man wird ja noch von Demokratie träumen dürfen..
Herzlichst – eine, die bei dem Thema noch Stunden weiterschreiben könnte!
alm
22/01/10
Danke, Petra. Eine hübsche Zusammenfassung!
Harald
23/02/10
Sehr wichtiges Anliegen!
Es braucht halt manchmal etwas Zeit zum Ausstieg aus der “selbstverschuldeten Unmündigkeit”, es ist aber sehr ermutigend zu sehen, dass Zeichen in diese Richtung gesetzt werden!
Obwohl ich Religion im Sinne einer gelebten Spiritualiät für etwsa sehr wichtiges und kostbares halte, unterstüzte ich die Anliegen dieser Initative in allen Punkten.
Religion als Institution ist unabhängig von Ihrer Färbung(christlich, islamisch, buddhistisch, tantrajana, vedisch, …)wie alle große Institutionen eine Ansammlung machthungriger Menschen, deren Wirkmächtigkeit es unter allen Umständen zu begegnen gilt.
Es wird Zeit, die Ideen der Aufklärung langsam ein bischen Wirklichkeit werden zu lassen.
Bernhard
24/02/10
Auch von mir herzlichen Glückwunsch zur Initiative, die ich grad unterzeichnet habe!
Alle Standpunkte, die hier veröffentlicht sind, begrüße ich sehr. Ich möchte aber in Bezug auf den Religionsunterricht ein paar Überlegungen einbringen, warum die hier vorgeschlagene Lösung (ersatzlose Streichung) zwar wünschenswert ist, aus realpolitischen Gründen unter Umständen nur die zweitbeste Lösung darstellen könnte.
Sie schreiben, dass „Die notwendige Vermittlung der historischen, psychologischen und medizinischen (Fehl)Leistungen der Religionen … sehr gut objektiviert und vergleichend in anderen Unterrichtsfächern Platz finden.“
Das stimmt im Prinzip, ich denke da an die Fächer Geschichte, Psychologie und Philosophie sowie auch Biologie und Physik. Allerdings befürchte ich, dass sich bei einer ersatzlosen Abschaffung des Religionsunterrichtes die Lehrpläne der genannten Fächer kein bisschen ändern werden, da dies auf Widerstand einiger Regierungsvertreter stoßen würde. Das Resultat wäre dann, dass Informationen über Religionen fast ausschließlich den Religionen selbst überlassen werden würden, mit der entsprechenden beschönigten Darstellung. Echte Aufklärung wäre im Unterricht unterrepräsentiert, da meiner Meinung nach in den Lehrplänen von anderen Fächern nicht genug Platz wäre – für jedes zusätzliche Thema müssten ja andere ebenso wichtige Themen beschnitten werden. Und wenn die Aufklärung im Unterricht nur ungenügend ausfällt, sind die Schüler und später jungen Erwachsenen wesentlich anfälliger für einseitige (Falsch)information.
Verstehen Sie mich nicht falsch, eine Abschaffung des Religionsunterrichtes finde ich 100 Mal besser als den aktuellen Zustand, aber ich denke, dass es derzeit nicht die beste Möglichkeit ist.
Die Idee eines verpflichtenden Ethikunterrichtes finde ich sehr gut, wenn der Lehrplan passt. Dieser müsste sowohl Geschichte der Religionen umfassen als auch des Humanismus inklusive aller Aus- und Nebenwirkungen und Fehl(leistungen) wie Bücherverbrennungen, Religionskriege, Ablasshandel etc. Was mir in der Diskussion bisher aber komplett gefehlt hat, ist auch eine Betrachtung dieser Weltanschauungen aus dem Blickwinkel der Erkenntnistheorie. Ich denke, dass dieser Aspekt bei einigen Schülern zu aha-Erlebnissen führen würde. Ich denke hier insbesondere an Schüler, die zuhause religiöse Erziehung genossen haben und unter Umständen „Theorien“ wie Intelligent Design als gleichberechtigt zur Evolutionstheorie sehen könnten, da sie nicht beurteilen können, welche Anforderungen an Theorien generell gestellt werden, um als solche akzeptiert werden zu dürfen. Eine Konfrontation mit Wittgenstein, Popper, Ockhams Rasiermesser oder von mir aus auch dem Fliegenden Spaghetti Monster würde ganz gut tun.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!











